Hara wird in asiatischen Kulturen als das „Zentrum des Menschen“ betrachtet. Mit Hara wird der Bauch als anatomischer Raum bezeichnet. Dieser Raum ist nach oben begrenzt durch Zwerchfell und nach unten durch die Beckenstruktur. Die Bedeutung von Hara geht aber in östlichen Traditionen viel weiter und umfasst die gesamte Erscheinung eines Menschen.

Auch im Shiatsu kommt dem Hara bzw. dem Bauch eine besondere Bedeutung zu. Hara repräsentiert den aktuellen energetischen Zustandes eines Menschen und ermöglicht den Fokus in der Behandlung passend zu wählen. Insbesondere ist Hara wichtig als „Zentrum des Menschen“. Durch Behandlung des Hara bzw. eben des Bauches zeigen sich einer Person ihre (Lebens-)Prioritäten klarer. Eine gute Hara-Behandlung erdet und weckt gleichzeitig das Potenzial einer Person.

Hara ist das Lebenszentrum des Menschen, da wo „das Qi entspringt“ (siehe unten) und die Nabelschnur zum universalen Qi. Es zeigt die Balance unseres physischen, mentalen, emotionalen und spirituellen Lebens. Ist also jemand „ausgegeglichen“, „zentriert“ oder „fokussiert“ ist diese Person in Kontakt mit ihrem Hara.

Liegt unser physischer Schwerpunkt im unteren Hara sind wir in gutem Kontakt zum Boden und unsere Handlungen geschehen mühelos, klar und gelassen. Steht aber das Hara auf, sind wir „upset“, also aufgeregt, verschiebt sich unser Schwerpunkt nach oben, das Qi steigt hoch, wir verlieren den Kontakt zum Boden, zu unseren Wurzeln, zu unserer Gelassen- und Klarheit: Das Handeln wird mühevoll und wir ermüden schnell.

Ari Byland – Hara – Zentrum des Menschen (Diplomarbeit ISS, pdf, 1.9MB)