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Gelegentlich bin ich mit dem Zug in Deutschland unterwegs. Gleich nördlich von Basel liegen mehrere Spargelfelder, an denen sich der Lauf der Jahreszeiten schön verfolgen lässt. Jetzt im frühen Frühling liegen die Reihen noch kahl, bald schon werden Arbeiter die ersten Triebe ernten. Im Sommer stehen die Spargelsträucher grün in der Hitze, blühen und bleiben dann braun bis tief in den Winter stehen. Bevor der neue Zyklus beginnt.

Solche Kreisläufe finden wir auch in unserem Leben, sei es innerhalb eines Tages oder Jahres oder in Beziehungen und Projekten. Könnte es nicht nützlich sein, diesen Zyklus  und die ihm innewohnenden Bewegungen zu kennen? Anstatt sich stets nach den eigenen Vorstellungen zu richten, was denn nun anstehen müsste? Gerade auf die Gefahr hin, dass sich diese eigene Vorstellung gänzlich gegen die in diesem Moment vorhandene Bewegung richtet?

Gelingt es uns, ein Gefühl für diese Phasen zu entwickeln, werden wir unser Tun mehr und mehr nach der schon vorhandenen Bewegung ausrichten. Das wiederum hat zur Folge, was ich im letzten Text vom Januar erwähnte: Projekte zum Beispiel gelingen zunehmend.

Häufig beeinflussen unser rationales Bewusstsein (z.B. was richtig oder falsch ist) und unsere Emotionen (Wünsche, Wut, Verletzung) unser Tun massgeblich. Neben diesen beiden Ebenen besteht aber noch eine weitere, tiefere, davon unabhängige. Damit in Kontakt zu treten und unser Tun davon beeinflussen zu lassen, kann Situationen ändern.

Eine mögliche Brücke dahin ist der innere Kontakt zum Körper. Fragen um diese Brücke zu schlagen könnten sein:

  • Wie fühlt sich eine/diese Situation in meinem Körper an?
  • Wie könnte ich dieses sehr vage Körpergefühl beschreiben?
  • Was braucht es für mich im Moment in dieser Situation, damit sich ein Gefühl von mehr Ruhe einstellen kann?

Diese Fragen sollte ich nun nicht nach dem bekannten Muster mit dem Verstand zu beantworten versuchen. Vielmehr gebe ich dem Körper genügend Zeit, darauf zu antworten. Etwas in mir wird in Bewegung kommen, wodurch sich das Gefühl zu dieser Situation und darauf die Situation selbst verändern wird.

 

Was hat nun Shiatsu damit zu tun? 

Vor einigen Tagen war ich selbst in einer Behandlung. Das schöne als Shiatsu-Therapeut ist ja, dass man sozusagen „an der Quelle“ ist und so immer wieder in Genuss spannender Behandlungen kommt. Ich war etwas gehetzt als ich da ankam, musste mich beeilen am Morgen, hatte gerade viel zu tun und überhaupt viel im Kopf, was mich beschäftigte. Im Laufe der Behandlung realisierte ich plötzlich, wie all die Sachen, die mich eben noch beschäftigt hatten, für die ich gerade noch angestrengt nach Lösungen gesucht hatte, nicht mehr da waren.

Sie waren weg, irgendwo in der Ferne zu erahnen, während ich hier war, sehr präsent, meinen Körper als einen Raum spürte und fühlte, wie dieser Moment genau so, wie er war, gut war. Diese Empfindung, vielleicht auch dieser „Ort“, sind es, die eine tiefe Veränderung ermöglicht. Das Erleben dieser Ruhe, dieses Friedens, dieses Kontaktes zu uns selbst ändert etwas. Sehr subtil zwar, aber die Veränderung findet statt. Die tausend Dinge kommen natürlich zurück, werden uns wieder und wieder beschäftigen und auf Trab halten. Aber etwas in uns hat sich verändert.

Je mehr wir diesen Zustand der Ruhe, diesen „Ort“ in uns kennen, desto leichter wird es, dahin zurück zu kehren. Diese Ruhe ermöglicht uns, eine andere Perspektive auf uns, unser Leben, unsere Probleme und Beschäftigungen zu gewinnen. So kommt unser Leben in Bewegung. Es wird uns möglich sein, unser Leben zunehmend und immer wieder so zu gestalten, wie es uns entspricht. Immer mehr werden wir auch ein Gefühl für die Bewegungsrichtungen bekommen und uns damit im Einklang verhalten.

Insofern ist es nicht der Shiatsu-Therapeut, der „etwas ändert“ oder etwas heilt oder Schmerzen wegmacht: Es ist immer der Mensch, der in die Behandlung kommt, selbst. In seinem System passiert eine Veränderung. Shiatsu schafft einfach den Raum, damit diese Veränderungen geschehen können.

Lust bekommen, neugierig geworden, diesen Raum selbst zu erfahren? Ich freue mich auf Terminanfragen per Mail oder Telefon (ari@aarau-shiatsu.ch / 078 878 79 10).


Die Behandlungskosten werden von den meisten Krankenkassen im Rahmen einer entsprechenden Zusatzversicherung übernommen. Mehr Informationen auf der Website: http://aarau-shiatsu.ch 


 

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