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Moment! Ich bin gleich soweit … ich muss nur noch schnell … hier diese Sache … so … also, wo waren wir stehen … ah ja genau …
dieser Text hier.

Wer hat nicht schon ähnliche Dialoge gehört? Vielleicht war‘s der Chef, der etwas zerstreut hier diese eine dringende Angelegenheit noch schnell erledigen musste? Oder dann wir selbst, wie wir gerade tausend und eine Sache gleichzeitig erledigen wollten und in genau diesem Moment unterbrochen wurden? Vielleicht hat dieses Verhalten aber auch eine gewisse Systematik bekommen? Wir sitzen beim Mittagessen, checken noch schnell die Mails, hören dazu Musik oder Nachrichten und, ach ja!, da sitzt uns ja vielleicht noch jemand gegenüber.

Übertrieben? Gerade jetzt schreibe ich diesen Text, höre dazu Musik und im Hintergrund wartet, allzeit bereit, meine Mailbox und die Weite des Internets darauf, dass meine innere Ungeduld mit diesem Text gross genug wird, um mich davon ablenken zu lassen.

Wer nimmt nicht sogleich sein (Smart-)phone hervor, wenn eine SMS eintrifft? Dabei ist meist irrelevant, ob man im Bus sitzt, in eine Diskussion vertieft ist oder Zeitung liest.

Wer nutzt nicht die Gelegenheit, schnell auf‘s Telefon zu schauen, wenn der Gesprächspartner aufs Klo geht?

Das alles gehört zu unserer Zeit. Ich liebe all diese Technik zu sehr, um für ein „zurück zu 1980“ zu plädieren, als alles noch langsamer und somit besser war (die Mode ausgenommen). Aber:

    • Wie will ich wirklich satt (in jeglichem Sinne) werden, wenn ich neben dem Essen noch drei andere Sachen mache?
    • Wie will ich mich mit einem Gegenüber wirklich unterhalten, wenn dieses alle paar Minuten kurz aus unserem Gespräch verabschiedet um schnell auf das Telefon zu schauen?
    • Wie will ich wirklich zur Ruhe kommen, wenn mich jeden Moment ein neues Mail oder eine neue SMS erwarten könnte?

Vor allem aber: Wie will ich Kontakt zu mir selbst aufnehmen, wenn ich mich immer und überall von aussen potenziell unterbrechen lasse?

Umso wichtiger ist es, wirklich zu unserem Zentrum finden zu können. Dieses Zentrum gibt uns eine innere Ruhe, die wir dringend brauchen, wenn wir uns in einer Welt voller potenzieller Ablenkungen bewegen wollen, ohne den Kontakt zu uns zu verlieren. Über dieses Zentrum habe ich in meiner Diplomarbeit geschrieben: Hara – Zentrum des Menschen.

Gleichzeitig, und noch viel wichtiger scheint mir aber, dass wir, wenn es uns gelingt, unsere Aufmerksamkeit nach innen zu richten, viel besser wahrnehmen können, wie stark wir uns ablenken lassen. Und wovon. Denn hinter all diesen Ablenkungen steht häufig auch eine Flucht vor einer Realität, die wir nicht sehen wollen. „Ach bin ich müde! Ich schau‘ noch etwas fern, dann muss ich nicht viel denken.“ Was wir dabei nicht sagen, aber meist eigentlich meinen: „… dann muss ich nicht fühlen wie es mir gerade geht.“

 

Zur Ruhe kommen

Shiatsu ermöglicht in diesem Kontext zwei Dinge:

  • Es stärkt das Zentrum und lässt uns wirklich zur Ruhe kommen.
  • Es gibt uns den Raum zu fühlen, wie es uns wirklich geht.

Wenn wir zur Ruhe kommen, wird uns klarer, was uns wirklich wichtig ist. Wie wollen wir das merken, wenn wir uns ständig mit tausend Dingen beschäftigen? Wie wollen wir dann unter all diesen Dingen die eine, uns wirklich wichtige Sache herausfinden? Und uns dieser dann voll widmen? Wir haben den Anspruch, dass wir erreichen, was wir wollen. Gleichzeitig machen wir neben dieser Sache aber noch tausend andere. Was davon ist uns dann wirklich wichtig? Wissen wir es überhaupt?

Kommen wir zur Ruhe, werden Prioritäten klarer. Und eine dieser Prioritäten wird unser Körper sein, der uns (neben vielem anderen, das er tut) sagt, wie es uns geht. Meist wollen wir das nicht hören. Wir wollen nicht, dass wir wütend sind oder traurig, frustriert oder verbittert. Die Sache hier ist aber, dass wir es trotzdem sind. Unser Körper ist es und verhält sich entsprechend. Vielleicht geben wir uns zufrieden und glücklich über Jahre, meinen, wir könnten übertönen, was da sonst noch ist (wenn wir es überhaupt wissen). Was letztendlich scheitern muss, weil der Körper nichts übertönen kann, geschweige denn will.

Shiatsu lässt uns zur Ruhe kommen und gibt uns die Möglichkeit, uns selbst besser zu hören. In der Ruhe hören wir, was wir vielleicht gerade nicht hören wollen. Aber in der Ruhe hinzuhören ermöglicht dem Körper auch, leise(r) zu sprechen. Hören wir das Leise nicht, wird es lauter und damit (meistens) schmerzhafter. Dies trifft zu für körperliche Beschwerden, aber auch ganz allgemein für Dinge, die in unserem Leben nicht so sind, wie sie uns entsprechen würden. Dabei ist das fehlende Gefühl von „mit der Bewegung gehen“ ein Indikator dafür, dass wir etwas in unserem Leben ändern müssen. Und um das nicht sehen zu müssen, übertönen wir diese innere Stimme mit äusserlichen Ablenkungen wie (Smart-)Phone, ständiger Erreichbarkeit, Nachrichten, Zeitungen.

Wie geht es Dir?

 

Ari Byland
Dipl. Shiatsu-Therapeut SGS/ISS
Terminanfragen gerne per Mail (ari@aarau-shiatsu.ch) oder Telefon (078 878 79 10).


Die Behandlungskosten werden von den meisten Krankenkassen im Rahmen einer entsprechenden Zusatzversicherung übernommen. Mehr Informationen auf der Website: http://aarau-shiatsu.ch 

 

 

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